Können wir einander beim Wort nehmen ?

 

Meist nehmen wir die anderen immer nur gemäß der automatisch ´unbewusst´ SELBST BESTIMMTEN WORTBEDEUTUNG beim Wort. Da die unbewusst selbst bestimmte Bedeutung von Wörtern sich immer ´mehr oder weniger stark´ von dem Wort-Bedeutungs-Verständnis des Gegenübers unterscheidet, sind dadurch Missverständnisse programmiert.

 

Doch selbst wenn das Wort-Bedeutungs-Verständnis ganz gleich wie das der anderen wäre, ist das keine Garantie dafür, dass sich die Gesprächspartner verstehen. Das ergibt sich aus dem Umstand, dass sich das individuelle Wort-Bedeutungs-Verständnis während dem individuellen Heranwachsen auch mit unterschiedlichen Gefühlsempfindungen verknüpft hat. Das bedeutet, dass ein- und dasselbe Wort bei zwei Personen automatisch unterschiedliche Gefühle erzeugt und ´dem entsprechend´ wieder unterschiedliche Reaktionen ´von sich-nicht-verstanden-fühlen´ hervorruft, was gleichzeitig wie ein (voneinander) getrennt sein wirkt.

 

Solange ein Einzelner GLAUBT, dass sein Verständnis vom jeweiligen Wort gleichzeitig dem Wort-Bedeutungs-Verständnis aller entspricht und nicht bemerkt wird, dass das ein Irrtum ist, wird es weiterhin zu Missverständnissen kommen und wir werden einander auch weiterhin nicht beim Wort nehmen können.

 

Die fehlende Kenntnis vom Wort-Bedeutungs-Verständnis der anderen und der Glaube, dass das eigene Wort-Bedeutungs-Verständnis GENAU SO für alle gilt und für alle das RICHTIGE sei - bewirkt, dass während einem Gespräch plötzlich ein Gefühl von Widerstand entstehen kann - ohne selbst erkennen zu können was gerade passiert ist und WARUM es passiert ist.

 

Aus dem individuell unterschiedlichen Wort-Bedeutungs-Verständnis heraus ergeben sich auch unterschiedliche Sichtweisen, die ´durch die begrenzte Logik (- mehr zur begrenzten Logik steht hier)´ zu Meinungsverschiedenheiten, Streit, Kampf, Krieg führen - denn die begrenzte Logik basiert auf dem starren ´entweder/oder-Prinzip´ und somit auf dem Irrtum, dass nur eine Sichtweise stimmt und nur Einer Recht haben kann.

 

Wird begriffen und verstanden, dass doch jeder Einzelne nur seine ganz eigene einzigartige Sichtweise haben kann und darum jede individuelle Sichtweise ´die Sicht des Einzelnen´ immer RICHTIG ist,  kann sich der Kampf ´ums Recht´ zum Interesse an der Sichtweise des Anderen ergeben.

 

Das führt gleichzeitig dazu, den anderen ´VERST-EHEN´ zu können UND SELBST VERSTANDEN ZU WERDEN - und GENAU DAS ist es doch, WAS SICH JEDER INSGEHEIM ERSEHNT :-) weil sich mit so einem zwischenmenschlichen Umgang jeder gesehen, respektiert und dadurch angenommen und geliebt fühlt.

 

Es gilt allerdings zu begreifen, dass das nur möglich werden kann, indem sich der Einzelne wahrhaftig für die Sichtweise seines Nächsten interessiert  - statt nur berechnend Interesse zu heucheln oder darauf zu warten, dass der jeweils Andere damit beginnt.